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Erfassung, Bewertung und Nutzung mineralischer high-tech Werkstoffe

Die Lagerstättenforschung befaßt sich mit der Entstehung, Aufsuchung, Bewertung und Nutzung von mineralischen Rohstoffen (Metallrohstoffe, Industrieminerale, Steine und Erden) und Energierohstoffen. Diese Rohstoffe bilden eine existententielle Grundlage unserer Industrieproduktion.

Deutschland ist heute mittlerweile bei allen Primärrohstoffen praktisch zu 100 % einfuhrabhängig. 97.3 % des Rohölbedarfs und 78 % des Erdgases müssen ebenfalls eingeführt werden. Um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, müssen auf modernen Werkstoffen beruhende, d.h. aus Verbundstoffen oder Legierungen bestehende, Produkte erzeugt werden. Daher ist es das übergeordnete Ziel angewandter Lagerstättenforschung, Beiträge zu leisten, die eine technisch sinnvolle und dabei zugleich dauerhaft-umweltgerechte Nutzung der erschöpflichen mineralischen Ressourcen unterstützen sollen. Gemeinsam mit anderen Disziplinen der Geowissenschaften, wie vor allem der Geochemie, leistet sie weiterhin Beiträge zu einem besseren Verständnis von Bedingungen und Prozessen der Stoffanreicherung und -dispersion in komplexen Geosystemen. Darüber hinaus liefert sie Grundlagen und Methoden für die technisch-ökonomische und ökologische Bewertung des Nutzungs- und Risikopotentials von Geomaterialien und ihrer Lagerstätten und leistet damit unverzichtbare Beiträge sowohl zur Sicherstellung der Versorgung mit Rohstoffen als auch zu deren Ressourcen- und umweltschonender Gewinnung.

Die Lagerstättenkunde ist eine interdisziplinärer Forschungsbereich, der Verbindungen zu allen geowissenschaftlichen Disziplinen als auch zum Ingenieurwesen, den Umwelt- und Wirtschaftswissenschaften aufweist. Mit ihrem grundsätzlichen Ansatz, der geogene Stoffanreicherungen als das Ergebnis einer von der Stoffquelle über Transportwege bis zum Absatzort wirkende Prozeßkette versteht, verfügt die Lagerstättenforschung auch über optimale Voraussetzungen für die Bearbeitung von Problemstellungen der geochemischen Umweltforschung . Internationale wachsende Bedeutung erhalten Fragestellungen zur Minimierung der Kontamination der Schutzgüter Luft, Wasser, und Boden während der Exploration und Ausbeutung von Georessourcen in Industrie- und Entwicklungsländern. Dahingehend ist die fachliche Differenzierung, die Fokussierung auf Schwerpunktthemen und intensivierte Anwendungsorientierung unter besonderer Berücksichtigung des Nichtmetallrohstoff-Sektors und der Umweltforschung von zentraler Bedeutung und sollte auch in Deutschland international konkurrenzfähig erhalten bleiben.